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Die DRK Schwesternschaft - eine Erfolgsgeschichte
Geschichte

Geschichte der DRK Schwesternschaft Westfalen e.V.

Wie alles begann

Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Kranken in Hospizen und Siechenhäusern von evangelischen Diakonissen oder katholischen Ordensschwestern gepflegt. 1866 trat eine neue Gruppe von Krankenschwestern hinzu: Die Rotkreuzschwestern. Sie waren nicht konfessionsgebunden, besonders gründlich ausgebildet und pflegten nach den humanitären Grundsätzen des 1863 von Henry Dunant gegründeten Roten Kreuzes. In den Schwesternschaften entstand eine moderne Ausbildungsordnung, die in ganz Europa zum Vorbild wurde.

Eine Westfälische Schwesternschaft entsteht

Anfang des 20. Jahrhunderts herrscht bei ständig steigenden Bevölkerungszahlen ein Mangel an gut ausgebildeten Krankenschwestern, vor allem im Ruhrgebiet.

1908

 

wird auf Initiative der Provinzialstelle vom Roten Kreuz, Münster sowie durch den westfälischen Vaterländischen Frauenverein eine Stiftung mit Mutterhaus-Charakter ins Leben gerufen. Sicherlich gab es schon im Deutschen Reich DRK-Mutterhäuser, aber eine Besonderheit gab es nur in Westfalen: Wegen konfessioneller Schwierigkeiten in dieser Provinz werden zwei Mutterhäuser gegründet.

Das Mutterhaus am Knappschaftskrankenhaus in Gelsenkirchen bekommt eine katholische, das in Bochum-Langendreer eine evangelische Hausordnung. In Gelsenkirchen werden demzufolge nur katholische Schwestern eingesetzt und in Bochum ausschließlich evangelische, und so gibt es in der Westfälischen Schwesternschaft zwar einen gemeinsamen Vorstand, aber zwei Oberinnen. Die erste Oberin des katholischen Mutterhauses ist Marga von Stramberg, die im evangelischen Mutterhaus ist Walli Schulz.

1912

zählt die Westfälische Schwesternschaft insgesamt schon 100 Mitglieder.

1913

 

wird das fünfjährige Bestehen gefeiert. Frau Oberin von Stramberg legt ihr Amt nieder, ihre Nachfolgerin wird Kathrin Hendel. Auf Ersuchen des Centralkomitees vom Roten Kreuz in Berlin und der Königin von Griechenland werden zehn Schwestern zum ersten Mal ins Ausland, nämlich in den Kriegseinsatz nach Griechenland entsandt.

1914

 

Während des 1. Weltkrieges von 1914 bis 1918 sind etliche der aktiven Schwestern in der Kriegskrankenpflege tätig. Aus dem Mutterhaus Gelsenkirchen arbeiten 25 Schwestern im Kriegssanitätsdienst, aus dem Mutterhaus Langendreer 28 Schwestern.

Außerdem sucht eine Grippe-Epidemie Europa heim, von der natürlich auch die Krankenschwestern nicht verschont bleiben. So versterben daran vier Schwestern.

In der Nachkriegszeit herrscht extreme Lebensmittelknappheit. Auch die Schwesternschaften haben kaum Möglichkeiten, ihre Mitglieder zu versorgen. Die Mutterhäuser müssen buchstäblich von Almosen leben.

Der Zusammenhalt ist in den oft weiter entfernten Einsatzorten, den so genannten „Gestellungen", z. B. in Paderborn, kaum zu gewährleisten. So braucht die Oberin einen ganzen Tag, um dorthin zu gelangen und für ihre Schwestern da zu sein. Die Pflege von Kranken und Verletzten erweist sich in dieser Zeit als äußerst schwierig, da fast alle Pflegegerätschaften unbrauchbar geworden sind.

1919

sind nur noch 96 Schwestern in der Westfälischen Schwesternschaft, die in immer mehr Gestellungsfeldern arbeiten. So müssen noch 135 Helferinnen ausgebildet und statt der Schwestern eingesetzt werden.

1921

erst kann das Mutterhaus Gelsenkirchen das Heim für alte und kranke Schwestern in Brilon/Sauerland in Betrieb nehmen. Der Bau war schon vor dem Krieg begonnen worden. Damals wie heute liegt den Oberinnen die Betreuung und Zuwendung der pensionierten Schwestern besonders am Herzen.

1925

werden dreizehn Schwestern erstmals in der neu entstandenen Universitäts-Frauenklinik in Münster und weitere sechs Schwestern in der Universitäts-Augenklinik eingesetzt.

1927

nehmen 48 Schwestern im Knappschaftskrankenhaus in Essen-Steele ihre Tätigkeit auf.

1933

werden die DRK-Schwestern gezielt auf Einsätze in Kriegslazaretten vorbereitet. Der NS-Staat beschließt die Zusammenlegung sämtlichen Vermögens aller Schwesternschaften.

1934

wird der Verband Deutscher Mutterhäuser in „Schwesternschaften des Deutschen Roten Kreuzes" umbenannt und umorganisiert.

1935

führt neben den alltäglichen Aufgaben in der Krankenpflege das Mutterhaus Langendreer jetzt auch Kinderspeisungen durch.

Zwei selbstständige Schwesternschaften bilden sich.

1937

 

werden aus der Westfälischen Schwesternschaft zwei eigenständige gebildet, die jetzt DRK-Schwesternschaft Westfalen und DRK-Schwesternschaft Ruhrland heißen und jeweils einen eigenen Vorstand haben.

Zum gleichen Zeitpunkt werden durch das „Reichsgesetz über das Deutsche Rote Kreuz" alle selbständigen Organisationen aufgelöst. Aus dem Verband der „Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V." wird das „Amt für Schwesternschaften". Alle Vermögenswerte werden dem DRK übergeben.

Kriegseinsatz

Die DRK-Schwesternschaft Ruhrland muss während des 2. Weltkrieges 112 Schwestern und 203 Hilfsschwestern in Polen, Russland, Österreich, in den Balkanstaaten sowie in Norwegen einsetzen.

Sie arbeiten auf Lazarettzügen und auf dem Lazarettschiff „Steuben". In dieser Zeit müssen sieben Pflegekräfte ihr Leben lassen.

1945

 

wird das Mutterhaus in Gelsenkirchen durch Bomben zerstört. Die Verwaltung wird zum Teil nach Brilon verlegt. Die Schwestern finden im Knappschaftskrankenhaus im Keller notdürftig Unterschlupf.

Mit Unterstützung der Stadt Gelsenkirchen wird dann ein Haus für die 34 Schwestern zur Verfügung gestellt. Auch die 40 Flüchtlingsschwestern aus der Schwesternschaft „Birkenwäldchen" aus Breslau werden in die Schwesternschaft Westfalen integriert und sind nun hier beheimatet.

1947

 

gründet der DR K-Landesverband Westfalen-Lippe die Stiftung DRK-Schwesternschaft Westfalen. Sie wird Mitglied im „Verband der Mutterhäuser vom Roten Kreuz e.V".

Die DRK-Schwesternschaft Ruhrland übernimmt treuhände risch die Führung des Erholungsheimes am Walchensee und die Patenschaft für die Schwesternschaft „Berlin-Weißensee".

1954

 

schickt die DRK-Schwesternschaft Ruhrland Schwestern auf die MS-Helgoland nach Korea. Hier ist auch die spätere Oberin tätig, Schwester Imelda Wieners.

Das neue Mutterhaus in Bommerholz bei Witten wird fertig, ebenso die neu entstandene Schwestern-Vorschule.

Die dritte Schwesternschaft in Westfalen wird eingerichtet

1956

 

wird die Schwesternschaft Bergmannsheil in Bochum e.V. durch den Verband der Deutschen Mutterhäuser vom Roten Kreuz gegründet. Ziel ist es, den besonderen Belangen der berufsgenossenschaftlichen Krankenanstalten Rechnung zu tragen. Erstes Einsatzfeld ist das Krankenhaus „Bergmannsheil" in Bochum. Als einzige Oberin wird Imelda Wieners in ihr Amt berufen.

Das Erholungsheim „Sophienhaus" der DRK-Schwesternschaft Ruhrland in Bad Salzuflen wird umgebaut.

1957

wird durch die DRK-Schwesternschaft Westfalen das ehemalige Entbindungsheim Mathildenstift in Münster zum Schülerinnenheim und Wohnheim für pensionierte Schwestern umgebaut.

1958

 

zählt die DRK-Schwesternschaft Westfalen 410 Mitglieder.

Die DRK-Schwesternschaft Ruhrland baut in der folgenden Zeit ein Erholungsheim und eine Weiterbildungsstätte in Witten-Herbede.

Die DRK Schwesternschaft Bergmannsheil in Bochum e.V. übernimmt als weiteres Gestellungsfeld die Berufgenossenschaftliche Krankenanstalt in Gelsenkirchen-Buer.

1960

 

werden durch die DRK-Schwesternschaft Ruhrland im Universitätsklinikum in Münster in der Kinder- und der Hals-Nasen-Ohren-Klinik einige Kinderkranken- und Krankenschwestern eingesetzt und die gesonderte Kinderkrankenpflegeschule betrieben.

Zum gleichen Zeitpunkt sind Krankenschwestern aus der DRK-Schwesternschaft Westfalen in der Frauenklinik, der Augenklinik und der Nervenklinik der Universität Münster sowie in der Krankenpflegeschule tätig.

Die DRK-Schwesternschaft Bergmannsheil in Bochum e.V sendet im selben Jahr zwei Schwestern in einen weiteren Auslandseinsatz zum Sanitätsdienst nach Marokko.

1966

nimmt Oberin Ancilla Goldmann zum ersten Mal 16 Ausländerinnen aus Indonesien zur Ausbildung in die Schwesternschaft Westfalen auf.

1971

geht der DRK-Schwesternschaft Westfalen das große Gestellungsfeld im Knappschaftskrankenhaus in Essen-Steele verloren.

1973

ziehen die Schülerinnen aus dem Mathildenstift in ein modernes Wohnheim am Universitätsklinikum Münster.

1976

 

werden die Mitglieder der Schwesternschaft Bergmannsheil in Bochum e.V. in die DRK-Schwesternschaft Westfalen aufgenommen, da das Gestellungsfeld am Krankenhaus Bergmannsheil zu diesem Zeitpunkt verloren geht und damit die Arbeitsgrundlage für die Mitglieder entfällt.

Die Schwesternschaft Westfalen zieht von Gelsenkirchen-Ückendorf nach Buer um, da in Ückendorf die Klinik geschlossen wird. Ein neues Knappschaftskrankenhaus entsteht in Recklinghausen.

1982

 

erwirbt die DRK-Schwesternschaft Westfalen mit ihrer Oberin Ilselore Kümpers ein neues Mutterhaus am Scherner Weg in Gelsenkirchen-Buer. Die Fabrikantenvilla wird gründlich um- und angebaut, und so kann aus dem Schwimmbad ein moderner Fortbildungsraum entstehen, um den neuen Bedürfnissen stärker gerecht zu werden.

1983

feiert die DRK-Schwesternschaft Westfalen ihr 75 jähriges Bestehen.

1986

 

wird die Stiftung aufgelöst und der Verein DRK-Schwesternschaft Westfalen e.V. gegründet.

Nur noch eine Schwesternschaft in Westfalen:

1991

 

werden die Mitglieder der DRK-Schwesternschaft Ruhrland e.V. von der DRK-Schwesternschaft Westfalen e.V. aufgenommen. Grund ist wiederum hier die Kündigung eines großen GeStellungsfeldes, und zwar im Knappschaftskrankenhaus in Bochum-Langendreer.

1994

geht die DRK-Schwesternschaft Westfalen e.V. neue Wege: Sie eröffnet eine Sozialstation in Gelsenkirchen-Buer.

1995

 

folgt die Eröffnung der Sozialstation Mathildenstift in Münster. Hier werden zunächst nur Kinder, später auch Erwachsene ver sorgt.

1996

nimmt durch die Zusammenlegung der Sozialstationen Bochum- Langendreer und Bochum-Wattenscheid zur Sozialstation Bochum eine weitere Sozialstation ihre Arbeit auf. Hier gelingt eine ideale Kooperation zwischen der DRK-Schwesternschaft und dem DRK-Kreisverband Bochum.

1997

wird durch den Erweiterungsbau im Mathildenstift in Münster ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Hauses aufgeschlagen. So stehen jetzt 28 Heimplätze und 12 Seniorenwohnungen zur Verfügung.

1999

übernimmt die DRK-Schwesternschaft zusammen mit dem DRK-Frauenverein Siegen und dem DRK-Kreisverband Siegen die Trägerschaft der „Kinderklinik Siegen gGmbH".

2000

Zur Jahrtausendwende zählt die DRK-Schwesternschaft Westfalen e.V. 553 Mitglieder.

2005

übernimmt die Schwesternschaft als neues Gestellungsfeld auch die Kinderkrankenpflegeschule in Siegen.

2007

besteht die Schwesternschaft erstmals aus 600 Mitgliedern.

2008

feiern die Mitglieder und Gäste der DRK-Schwesternschaft Westfalen e.V. den 100. Geburtstag.

Weitere Informationen und Bilder zu unserer Geschichte finden Sie in der Festschrift zum 100 jährigen Bestehen der DRK Schwesternschaft Westfalen e.V.